Leitbild


Das Leitbild der Pfadibewegung Schweiz (PBS):

„Wir sind die grösste Jugendbewegung in der
Schweiz mit einer erzieherischen Zielsetzung. Durch attraktive,
vielfältige Erlebnisse in der Gruppe befähigen wir Kinder, Jugendliche
und junge Erwachsene, sich ganzheitlich zu entfalten, sich in der
Gesellschaft einzusetzen und die Zukunft verantwortungsbewusst
mitzugestalten.“


Grundlagen der Pfadibewegung

Einige sehr wichtige Grundgedanken und Traditionen sind jedoch seit
der Gründung der Pfadi gleichgeblieben oder haben sich nur leicht
verändert. Dies sind die Grundpfeiler, welches die Pfadi zu der
weltweit grössten Jugendbewegung macht und eine ganzheitliche
Entfaltung der Jugendlichen ermöglicht.

Folgendes sind die wichtigsten Grundgedanken der Pfadi:

Ehrenamtlichkeit Ob Leitungsteams, Helferinnen oder
Materialverantwortliche: Die ganze Arbeit findet ehrenamtlich statt.
Dies macht die Pfadi nicht nur zur Herzensangelegenheit, sondern
ermöglicht dank niederen Mitgliederbeiträgen auch allen interessierten
Kindern und Jugendlichen den Eintritt.

Jugend leitet Jugend Es sind oft selbst Jugendliche oder junge
Erwachsene, welche den Pfadialltag selbstständig organisieren. Sie
haben einen guten Bezug zu den Teilnehmenden und besuchen regelmässig
Ausbildungskurse, um die Qualität ihrer Arbeit zu sichern.

Struktur statt Hierarchie Ein künstliches Machtgefälle soll
verhindert werden. Leiterinnen und Leiter haben spezifische Aufgaben.
Doch niemand hat das Recht, unbegründet Befehle zu erteilen. Vielmehr
soll ein stetiger Dialog herrschen.

Unabhängigkeit Die Pfadi geht keine konkreten wirtschaftlichen,
religiösen oder politischen Verpflichtungen ein. In erster Linie ist
die Pfadibewegung sich selbst und ihren eigenen Grundsätzen
verpflichtet. Dies soll nicht heissen, dass die oben genannten Aspekte
aus dem Pfadialltag ausgeklammert werden.

Internationalität Die Pfadi ist eine weltweite Bewegung, welche
völkerverbindend wirken soll. Kultureller Austausch und Toleranz sind
wichtige Kernelemente der Pfadibewegung.

Lokalität Dennoch sind die einzelnen Pfadigruppen lokal verankert
und geniessen grosse Autonomität. Die Leiterinnen und Leiter gestalten
Aktivitäten, Normen und Rituale ihrer Gruppe selbst.

Gleichberechtigung Alle Teilnehmenden sind gleichberechtigt. Ein
sozialer Hintergrund spielt keine Rolle. Jedes Mitglied ist ein Teil
der Gruppe und soll seine Anliegen einbringen. Alle dürfen sich
untereinander mit Vornamen ansprechen.

Learning by doing Dies war einer der Grundsätze Baden-Powells. Die
Kinder und Jugendlichen sollen praktische Erfahrungen sammeln, Dinge
selbst versuchen und durch ihre Erfolge oder Misserfolge Erfahrung
sammeln.


Traditionen:

Der Pfadigruss: der Daumen überdeckt den kleinen Finger, während
Zeige-Mittel- und Ringfinger gestreckt bleiben. Die Bedeutung dieses
Grusses geht weit zurück in die Gründerzeit der Pfadi in
Grossbritannien. Der Daumen über dem kleinen Finger bedeutet, der
Schutz des Schwächeren durch den Stärkeren. Die drei Finger standen
damals für die drei Pflichten die ein Pfadfinder hatte: Die Pflicht
gegenüber Gott und König, die Pflicht zur Hilfe gegenüber seinen
Mitmenschen und die Pflicht gegenüber dem Pfadigesetz. Heute
versinnbildichen diese drei Finger die Suche nach Sinn und Ziel des
Lebens, die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und eine stetige
Auseinandersetzung mit sich selbst.

Das Pfadihemd: Oft war das braune Pfadihemd ausschlaggebend für
Vorurteile des Militarismus gegenüber der Pfadibewegung. Dabei verfolgt
das Pfadihemd ideelle Zwecke. Das Pfadihemd beseitigt nämlich alle
gesellschaftlichen, nationalen und religiösen Trennungen. Ob reich oder
arm, alle tragen dieselbe Uniform. Wer das Pfadihemd trägt, ist ein
Mitglied der Pfadibewegung und man fragte nicht, woher er kommt. Auch
heute noch ist das Pfadihemd ein Symbol der Internationalität und
weltweiten Zusammengehörigkeit der Pfadibewegung geblieben, und dient
keinen konformistischen Bestrebungen. Die Farbe des Hemdes war schon zu
Gründungszeiten khaki. Heute tragen aber die Mitglieder vieler
Abteilungen farbige Hemden.

Der Pfadiname: Jedes Mitglied der Pfadibewegung
trägt bei uns einen eigenen Pfadinamen. Wenn sich zwei Pfadis begegnen,
sprechen sie sich normalerweise mit diesem Übernamen an. Nicht in allen
Ländern brauchen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Umgang
miteinander solche Pfadinamen. In der Schweiz ist die Verleihung eines
individuellen Übernamens jedoch zu einer Tradition geworden. Die
sogenannte Pfaditaufe signalisiert den heranwachsenden Jugendlichen,
dass sie in der bestehenden Gruppe aufgenommen worden sind und ihren
Platz in dieser gefunden haben. Die Kinder und Jugendlichen tragen den
erhaltenen Pfadinamen während ihrer gesamten Zeit bei der Pfadi und
werden durch diesen auch ein Stück weit geprägt. Deswegen ist bei der
Auswahl eines passenden Namens viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die
Bezeichnungen sollen schliesslich möglichst einzigartig sein und
positive Eigenschaften oder besondere Fähigkeiten der Kinder und
Jugendlichen zum Ausdruck bringen.


Gesetz und Versprechen

Gesetz und Versprechen: „All Zeit bereit!“, wird
auch in der heutigen Umgangssprache als geflügeltes Wort gebraucht.
Dies ist eines der ersten „Gesetze“, welches sich die Pfadibewegung
setzte. So hart der Begriff „Gesetz“ klingen mag, so irreführend ist
er. Es herrscht heute unter Pfadis ein Disput über diese unglückliche
Bezeichnung. Anstatt einem Pfadigesetz sollte man eher von einem
gemeinsamen Pfadi-Ehren-Kodex reden. Diesen Kodex ist keiner der
Teilnehmer gezwungen einzuhalten. Es ist jedem Pfadi selbst überlassen
in wie weit er den unten formulierten Punkten Aufmerksamkeit schenkt.

Im Pfadiversprechen, welches man erst im Leiteralter ablegt,
verspricht der Pfadi sich mit dem Pfadigesetz auseinander zu setzen.
Das heisst, sich zu überlegen, in wie fern es Sinn macht sich an alle
Punkte striktestens zu halten oder in wie weit diese Punkte zeitgemäss
sind.

Gesetz und Versprechen sind Mittel mit welchen die
Jugendlichen dazu angeregt werden sollen, sich Gedanken zu machen. Zum
einen in einer beobachtenden Rolle über das, was um ihn herum passiert.
Zum anderen soll es ein Prozess der Selbstreflexion sein. Die
Jugendlichen sollen sich damit auseinander setzen, welche Rechte und
Pflichten sie im gemeinschaftlichen Zusammenleben haben.

Das Pfadigesetz Ausgehend von den Entwürfen des
Pfadigründer Lord Robert Baden-Powell entwickelte beinahe jeder
Nationalverband eigene Pfadirichtlinien deren Einhaltung jedes Mitglied
für sich selbst verantwortlich ist. Das Pfadi-Gesetz der Pfadibewegung
Schweiz umfasst folgende acht Punkte:

Wir Pfadi wollen...

  • ...offen und ehrlich sein

  • ...Freude suchen und weitergeben

  • ...unsere Hilfe anbieten

  • ...uns entscheiden und Verantwortung tragen

  • ...andere verstehen und achten

  • ...miteinander teilen

  • ...Sorge tragen zur Natur und allem Leben

  • ...Schwierigkeiten mit Zuversicht begegnen

 

Das Pfadiversprechen Das Ablegen
des Versprechens ist freiwillig, die Pfadis bekräftigen damit die
Absicht, sich mit den Punkten des Pfadigedankens auch im eigenen Alltag
auseinander zu setzen und bestätigen ihre Zugehörigkeit zur
Pfadibewegung.

Ich verspreche, mein möglichstes zu tun, um

  • mich immer von neuem mit dem Pfadigesetz auseinander zusetzen

  • nach Sinn und Ziel meines Lebens zu suchen

  • mich in jeder Gemeinschaft einzusetzen, in der ich lebe

(Im Vertrauen auf Gott und) zusammen mit Euch allen versuche ich, nach diesem Versprechen zu leben.

 

Wir Pfadi wollen Sorge tragen zur Natur und zu allem Leben
Pfadigesetzt

Benutzeranmeldung